Nachhaltigkeitstag der Universität Bern

Referat

Dr. Nadine Schöneck-Voss

 

Dr. Nadine Schöneck-Voß

Institut für Soziologie der Universität Bremen

Halten wir einen Moment inne! Ein paar (hoffentlich) nachhaltige Reflexionen über das Tempo unserer Zeit

Es gilt als ausgemacht, dass weite Teile westlich geprägter Gegenwartsgesellschaften in hohem Tempo arbeiten und leben. Während ein hohes Arbeits- und Lebenstempo häufig erst dann als problematisch empfunden wird, wenn es unfreiwillig erhöht wird, also mit einer Beschleunigung einhergeht, ist (gefühlte) Schnelllebigkeit von vornherein negativ konnotiert. In einem Dreischritt betrachten wir gesamtgesellschaftliche Beschleunigungstrends, die Schnelllebigkeit in der akademischen Welt sowie räumliche Mobilitätsanforderungen – und behalten dabei stets den Aspekt der Nachhaltigkeit im Blick.

Über die Referentin:

Nadine Schöneck-Voß wurde 1975 in Neuwied am Rhein geboren und wuchs strukturell zwangsentschleunigt im vorderen Westerwald auf. In den Jahren 1996 bis 2003 studierte sie Sozialwissenschaft an begrüßenswerterweise trubeligeren Orten, nämlich in Bochum, Austin/Texas und Oxford. Während ihres Auslandsstudienjahres in den USA (1999/2000) erkannte sie – zugegeben: erstmalig –, dass schöne Zeiten leider endlich sind; diese Initialerfahrung begründete ihr Forschungsinteresse an der Zeitthematik.

Nach einem 1. Preis beim von der Hamburger Körber-Stiftung ausgeschriebenen Deutschen Studienpreis 2002 (Titel des Wettbewerbsbeitrags: „Der getriebene Mensch… und bin ich normal?“) legte sie – jeweils an der Ruhr-Universität Bochum – im Jahr 2003 eine zeitsoziologische Diplomarbeit und 2009 eine zeitsoziologische Doktorarbeit vor.

Da ihr wissenschaftliches Arbeiten große Freude bereitet, ist ihre bisherige Erwerbsbiografie durch Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin an Universitäten geprägt: von 2003 bis 2009 an der FernUniversität in Hagen, im Sommersemester 2009 an der Ruhr-Universität Bochum und seit Juli 2009 an der Universität Bremen. Während ihrer Promotionsjahre bot sie nebenberuflich Zeitmanagementseminare an.

Mit Beginn ihrer Post-Doc-Jahre erweiterte Nadine Schöneck-Voß das Spektrum ihrer Forschungsinteressen. Seither widmet sie sich – über die zuvor stark fokussiert bearbeitete Zeitthematik hinaus – empirisch fundierten Gesellschaftsanalysen auf den Gebieten der Ungleichheits- und Wohlfahrtsstaatsforschung sowie im Hinblick auf beruflich motivierte räumliche Mobilität.

Gegenwärtig läuft ihr Habilitationsverfahren an der Universität Bremen, mit dessen Abschluss sie im Lauf des Wintersemesters 2015/16, in dem sie die Professur für Politische Soziologie an der Universität Bremen vertreten wird, rechnet.

Orte, Zeiten und bisweilen auch strukturelle Zwänge spielen für Nadine Schöneck-Voß – im 16. Jahr Hobby-Marathonläuferin und im siebten Jahr Wochenendpendlerin – auch privat eine bedeutende Rolle…